Parallel zur industriellen Entwicklung im Bereich des Muskauer Faltenbogens schritt auch der Ausbau des Eisenbahnnetzes voran. Im Jahr 1867 wurde Weißwasser an die Bahnstrecke Berlin–Görlitz angeschlossen. Auch die Familie von Arnim als dritte Standesherren von Muskau trieb die Industrialisierung auf ihren Gütern voran. Zahlreiche Betriebe, welche die lokalen Vorkommen von Braunkohle, keramischem Ton und Glassand nutzten, benötigten einen effizienten Transport von Rohstoffen und Erzeugnissen. Dies gab den Anstoß zum Bau einer Schmalspurbahn (Spurweite 600 mm), die den Grundstein für die heutige Waldeisenbahn Muskau legte.
Binnen weniger Jahre wuchs das Streckennetz auf eine Gesamtlänge von 85 Kilometern an. Mit dem Niedergang der Industrie in den 1960er- und 1970er-Jahren verlor die Bahn an Bedeutung; in der Folge wurden Teile des Netzes schrittweise stillgelegt und zurückgebaut. In den 1980er-Jahren engagierten sich Eisenbahnfreunde für den Erhalt der Waldeisenbahn, was schließlich zur Wiederaufnahme des Betriebs als Touristikbahn führte. Heute verbindet die Waldeisenbahn Bad Muskau mit Weißwasser sowie dem Rhododendron- und Azaleenpark Kromlau.
Vor dem Bahnhof befindet sich das Gebäude des Hermannsbads, das ein zentrales Element des einstigen Kurparks bildete. Hier gehörten die seinerzeit äußerst beliebten Moor- und Nadelbäder zu den Hauptanwendungen. An der Fassade des Kuppelbaus befindet sich eine steinerne Schale mit der Mineralquelle, die einst den Anstoß zur Gründung des Badebetriebs gab.
Oberhalb des Bahnhofs und des Hermannsbads erheben sich die Anhöhen, die noch an die Zeit des hiesigen Alaunbergwerks erinnern. Dort erstreckt sich ein weiterer Bereich des Muskauer Parks – der sogenannte Bergpark mit einigen der eindrucksvollsten Sichtachsen der gesamten Anlage.