Die Villa Pückler zählt zu den ältesten Bauwerken, die mit der Entstehung des Kurparks im Muskauer Park verbunden sind. Sie wurde in den Jahren 1823–1824 als Logierhaus für Kurgäste errichtet. Das Gebäude entstand im für Kurbäder beliebten Schweizerstil, der von der alpinen Volksarchitektur inspiriert war und bisweilen auch als alpiner Stil oder Tiroler Stil bezeichnet wird.
In späteren Jahren wurden weitere Villen des Kurbads errichtet – die Villa Bellevue in den 1850er-Jahren sowie die Villa Caroline und die Turmvilla. Diese Gebäude haben bis heute überdauert. Teilweise erhalten geblieben sind auch jene Bauten, in denen einst die Kuranwendungen durchgeführt wurden.
In den vergangenen Jahren begann die Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ mit der umfassenden Sanierung der Villa, in der eine Ausstellung entsteht, die ihrem Namensgeber und seiner berühmten Orientreise in den Jahren 1834–1840 gewidmet ist. Diese große Reise durch Nordafrika und das Osmanische Reich inspirierte ihn zum Verfassen eines weiteren Reiseberichts. Eine längere Zeit verbrachte er mit der Erforschung der Nilufer auf dem Gebiet des heutigen Ägyptens und des Sudans.
Unter den Ruinen der antiken Stadt Naga entdeckte der Fürst im Jahr 1837 Widderstatuen. Er träumte von Kopien dieser Statuen, die die Auffahrtsrampe des Schlosses zieren und zugleich seiner Gemahlin Lucie huldigen sollten, die der Fürst liebevoll „Schnucke“ nannte. Dieser Plan konnte zwar nie verwirklicht werden, seit 2024 stehen jedoch hinter der Villa Pückler zwei Kopien der Widder von Naga, die den Eingang zum neuen Orientgarten bekrönen, der im Rahmen der Ausstellung angelegt wird. So entsteht ein Stück Orient im Muskauer Park, konzipiert nach den Regeln der maurischen Gartenkunst.