In den Plänen des Fürsten sollte die Schlossrampe von Anfang an mit Bitterorangenbäumchen geschmückt werden. Diese kleinen Bäume mit dunkelgrünen Blättern, weißen, nach Vanille duftenden Blüten und orangefarbenen Früchten waren und sind eine wichtige Zierde der Parkanlagen. Im mitteleuropäischen Klima mit seinen kalten Wintern benötigten sie jedoch einen Schutz für die kalte Jahreszeit. Im Park gab es zwar bereits einige Wintergärten, Gewächshäuser und Orangerien, doch Pückler plante etwas Größeres und Prächtigeres.
Die heutige Orangerie entstand hier 1844 an der Stelle einer ehemaligen Brauerei. Sie wurde im Stil der englischen Neugotik mit den charakteristischen Fenstern mit Tudor-Bögen erbaut. Dieses „Haus für Orangen“ sollte nach den Plänen des Fürsten die zweite, weniger prächtige Orangerie sein. Der gesamte Bereich, einschließlich der Gebäude des heutigen Schlossguts, sollte einen wunderschönen Nutzgarten bilden. Hier sollten Gewächshäuser, zwei Orangerien, eine Ananas-Gewächshausanlage und ein Wintergarten rund um den Platz vor dem Gebäude entstehen.
Es gelang lediglich, die „Zweite Orangerie“ und die Ananaserie mit dem Küchengarten zu verwirklichen. Diese Gebäude verfielen im Laufe der Jahre zunehmend. Die letzten Besitzer des Guts Muskau errichteten im östlichen Teil des Parks neue Gewächshäuser und ein Palmenhaus. Während des Krieges wurden alle Parkgebäude beschädigt.
Die Orangerie wurde 1994 restauriert, und seit dem Jahr 2000 sind die Bitterorangenbäume wieder dorthin zurückgekehrt. Es begann mit 40 Exemplaren, heute sind es bereits über 120. Von Mai bis Oktober schmücken 72 davon die Schlossrampe.