Die Idee, ein Mausoleum zu errichten, war eines der persönlichsten und zugleich symbolträchtigsten Vorhaben des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau. Er plante, es am oberen Rand der Terrasse auf der Ostseite des Parks zu errichten, in direkter Sichtverbindung zum Schloss und zu seinem eigenen Arbeitszimmer, um beides stets im Blick zu haben. Es sollte ein Ort der Erinnerung, der Besinnung und ein bewusst gestaltetes „Memento mori“ sein, also eine Mahnung an die Vergänglichkeit und die Unausweichlichkeit des Todes.
In Pücklers Vision waren Architektur, Landschaft und Lebensphilosophie nicht voneinander getrennt. Ganz im Gegenteil – sie sollten eine Einheit bilden und an diesem Punkt aufeinandertreffen. Der Park sollte nicht nur schön sein, sondern den Besucher auch bewegen und durch verschiedene Stimmungen führen – von der Begeisterung bis zur Nachdenklichkeit.
Dem Fürsten gelang es nicht, dieses Bauprojekt zu verwirklichen. Erst die Familie von Arnim errichtete an dieser Stelle im Jahr 1888 eine Familienkapelle mit einem Friedhof. Das Gebäude wurde 1945 teilweise zerstört und schließlich 1972 gesprengt. Heute steht dort zum Gedenken ein schlichtes Steinkreuz.
Trotz des Fehlens des Gebäudes selbst hat dieser Ort seinen einzigartigen Charakter bewahrt und unterstreicht vielleicht sogar noch stärker das Gefühl der Vergänglichkeit, das ein wesentlicher Bestandteil der romantischen Vision der gesamten Anlage ist. Die Stille, die Weite des Raums und das Fehlen einer dominierenden Architektur lenken die Aufmerksamkeit auf die Natur und die Emotionen des Betrachters. Das Mausoleum ist heute kein Denkmal im herkömmlichen Sinne, sondern ein Ort, an dem die Landschaft zu einer Geschichte über Erinnerung, Leben und Tod wird.