Die Königsbrücke, auch als Prinzenbrücke bezeichnet, ist eine der drei Brücken auf der polnischen Seite des Muskauer Parks. Sie spannt sich über eine flache Senke auf der ersten Terrasse und erfüllte von Beginn an nicht nur eine reine Nutzfunktion, sondern auch eine kompositorische Aufgabe. Zusammen mit der Arkadenbrücke und dem Viadukt bildet sie ein Ensemble von Bauwerken, die die Parkwege durch das abwechslungsreiche Gelände führen und die bühnenhafte Wirkung der Landschaft verstärken.
Die Geschichte der Brücke veranschaulicht eindrucksvoll, wie sich im Park Praxis, Ästhetik und Symbolik miteinander verbanden. Ihre ursprüngliche Bezeichnung nahm Bezug auf den preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm IV., um dessen Gunst sich Pückler bemühte.
Wie viele Brücken im Park war die Konstruktion anfänglich aus Holz gefertigt. Im Jahr 1854 wurde sie durch ein dauerhafteres Bauwerk aus gelbem Backstein ersetzt, das auf drei Arkaden ruht und mit einer durchbrochenen Sandsteinbrüstung verziert ist. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Brücke wurde im Jahr 1999 originalgetreu rekonstruiert.
Die Königsbrücke dominiert die Natur keineswegs, sondern hebt das Relief des Geländes hervor und gliedert die Blickbeziehungen. Beim Überqueren des Bauwerks erfährt der Besucher einen Perspektivenwechsel, während die Steinsitze an ihren Enden zum Innehalten einladen, um den Park als ein „lebendiges Bild“ in der Bewegung zu entdecken.