Das Englische Häuschen, „Kleines England“ oder auch das Englische Cottage ist ein Ort, der von den Reisen des Fürsten auf die Britischen Inseln inspiriert wurde. Dort war der Fürst nicht nur von den weitläufigen und üppigen Gärten und Parks der Adelsanwesen begeistert, sondern auch von der Sorgfalt, mit der die einfachen Bewohner ihre kleinen Gärten pflegten. Die Ästhetik dieser Orte hatte einen enormen Einfluss auf den Schöpfer des Muskauer Parks. „Kleines England“ wurde als teilweise versteckter und privater Teil der Anlage gestaltet, abseits vom Prunk des Schlossparks.
Hier befanden sich das Gasthaus „Englische Cottage“ zusammen mit dem Nebengebäude „Kleine Cottage“, mehrere Pavillons, darunter der Tanz- und Musikpavillon (dessen rekonstruierte Version vom Hügel aus zu sehen ist), eine überdachte Kegelbahn, ein Schießstand und das Koblitz-Tor. Um den Gebäudekomplex herum war ein – im Vergleich zum Schlosspark bescheidenerer –, mit blühenden Sträuchern bepflanzter Pleasureground angelegt.
Das Englische Häuschen entstand in den ersten Jahren der Parkanlage an deren damaliger Grenze im Osten und Norden. Es war durch dichte Bepflanzungen und einen kleinen, rustikalen Zaun von den an die Parkgrenze angrenzenden Freiflächen getrennt. Die nach Norden führende Straße verlief unter dem Koblitz-Tor hindurch und führte in Richtung des Dorfes Köbeln. Diese kleine Ortschaft wurde vom Fürsten umgestaltet, um sich in seine romantische Parkkomposition einzufügen.
Das Englische Häuschen wurde bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs genutzt. Danach gerieten die Gebäude in Vergessenheit und wurden abgerissen. Übrig blieben lediglich die Fundamente.