Die Doppelbrücke und die Englische Brücke gehören zu den bedeutendsten Brücken im Muskauer Park. Sie verbinden die Ufer der Lausitzer Neiße und fügen den polnischen sowie den deutschen Teil der historischen Anlage zu einem Ganzen zusammen. Zugleich bilden sie Schlüsselelemente des parkinternen Wegenetzes, des sogenannten Parkrundwegs – eines durchdachten Wegesystems, das eine fließende Bewegung durch das gesamte Areal ermöglichte, ohne die Landschaftskomposition zu stören oder dieselbe Strecke erneut zurücklegen zu müssen. Heute erfüllen sie eine zusätzliche, ebenso bedeutsame Funktion: Sie vereinen den auf dem Territorium zweier Staaten gelegenen Park zu einer zusammenhängenden Anlage, die zu freien, grenzüberschreitenden Spaziergängen einlädt.
Die in der Nähe der Orangerie gelegene Doppelbrücke existierte bereits zu Zeiten von Pücklers Großvater als Holzkonstruktion. Mehrfach durch Hochwasser zerstört, wurde sie später auf Initiative des Prinzen Friedrich der Niederlande durch ein dauerhafteres Bauwerk ersetzt. Nach ihrer Sprengung im Jahr 1945 wurde sie in den Jahren 2000–2003 wiederaufgebaut.
Die Englische Brücke führte hingegen in Richtung des Englischen Hauses. Auch sie wurde gegen Ende des Krieges zerstört und erst in den Jahren 2009–2011 wiedererrichtet, wodurch ein wichtiger grenzüberschreitender Rundweg vollendet wurde. Heute lassen sich beide Brücken in doppelter Hinsicht verstehen: als praktische Flussübergänge sowie als Symbole für die wiederhergestellte Einheit der Pücklerschen Parklandschaft.
In Pücklers Vision war die Bewegung ebenso bedeutsam wie der Blick. Der Park sollte als zeitlicher Prozess erfahren und nicht bloß von einem einzigen Standort aus betrachtet werden. Die Brücken leiten durch die Landschaft, verändern die Perspektive und verknüpfen aufeinanderfolgende räumliche „Szenen“ zu einer fortlaufenden Erzählung. Ihre Form fügt sich in das Umfeld ein – sie dominieren es nicht, sondern verstärken den Eindruck von Natürlichkeit und Stimmigkeit der gesamten Anlage.