Der Eichensee, der in den Jahren 1832–1835 auf Initiative von Fürst Pückler angelegt wurde, entstand im nördlichen Teil des Parks als harmonisches Gegenstück zum Lucie-See. Der Schöpfer gestaltete diese Ecke so, dass sie den Spaziergängern ein umfassendes Sinneserlebnis bietet – von malerischen Ausblicken bis hin zu reichhaltigen akustischen Eindrücken. Das Wasser spielt hier eine zentrale Rolle als natürlicher Spiegel, in dessen ruhiger, spiegelglatter Oberfläche sich mächtige Eichen, üppige Rasenflächen und dichte Rhododendronbüsche widerspiegeln, deren Farben sich im Laufe der Jahreszeiten verändern.
Das Gewässer erstreckt sich zwischen zwei Brücken, die seine Grenzen markieren und unterschiedliche Blickwinkel bieten. Die Owczarz-Brücke, die 1829 nach einem Entwurf von Fürst Pückler selbst errichtet wurde, markiert den Anfang des Sees. Obwohl ihr unterer, bogenförmiger Teil aus Ziegeln im Originalzustand erhalten geblieben ist, sah die Konstruktion einst ganz anders aus. Anstelle der heutigen Metallbalustrade besaß sie kunstvolle, gemauerte Geländer aus roten Formziegeln, die Muster aus Sternen und Kreisen bildeten. Im Laufe der Zeit wurden die gemauerten Einfassungen durch die bis heute erhaltene, leichte Konstruktion aus kunstvoll handgeschmiedeten und elegant geschwungenen Eisenhandläufen ersetzt, die einen wunderschönen Kontrast zum intensiven Grün bildet. Die Brücke stellt einen idealen architektonischen Rahmen dar, der den Blick auf die Wasserfläche lenkt. Blickt man von hier aus entlang der Längsachse des Sees, sieht man die ruhige Wasseroberfläche und ganz am Ende die Brücke am Eichensee, die den See abschließt.
Aus dieser Perspektive sehen wir nach wie vor den stillen See und die sich darin spiegelnde Natur. Doch es genügt, den Blick in die andere Richtung zu wenden, um ein spektakuläres Naturschauspiel zu erblicken. Die Brücke erhebt sich direkt neben der größten Attraktion dieses Ortes – einem künstlichen Wasserfall, an dem das Wasser mit voller Wucht über ein mehrstufiges Steinwehr und eine Wand aus massiven, rauen Felsen hinabstürzt. Hier kam ein ingenieurtechnischer Trick zum Einsatz: Direkt unter der Brückenkonstruktion wurde ein zweiter Wasserstau versteckt, um die Dynamik und das damit einhergehende Geräusch zu verstärken.
Eine weitere Attraktion der Kaskade ist ihr größter Felsbrocken, den Pücklers Frau Lucie im Jahr 1838 – lange nach der Errichtung des Wasserfalls und während Pücklers Aufenthalt im Orient – von den Feldern bei Braunsdorf hierher bringen ließ. Bis heute ist unklar, ob sie damit lediglich den Auftrag ihres Mannes erfüllte oder ob sie im Park eine persönliche Spur hinterlassen wollte.