Obwohl der Muskauer Park Anfang des 19. Jahrhunderts entstand, beherbergt er weit ältere Bäume. Die Eichen erfreuten sich beim Schöpfer des Parks besonderer Wertschätzung. Aufgrund ihrer knorrigen Form, ihrer Mächtigkeit und ihrer Bedeutung in den europäischen Mythologien begegnete Fürst Pückler ihnen mit größtem Respekt und bezog sie in die Parkkomposition ein. Diese heute etwa 500 Jahre alten Bäume wurden zu Blickzielen zahlreicher Sichtachsen und Landschaftsbilder in den Parkräumen.
Ein jüngeres Exemplar in dieser Runde war die Clementinen-Eiche. Heute ist sie nur noch in Form des unteren, ausgebrannten Stammteils erhalten, aus dessen Mitte ein im Jahr 2010 gepflanzter junger Nachfolger emporwächst. Der Name selbst kann sowohl an die Mutter als auch an die Schwester des Fürsten erinnern. Er nimmt zudem Bezug auf eine frühere Landschaftsanlage und den sogenannten Clementinenweg. Dabei handelte es sich um eine Promenade, die Pücklers Großvater anlässlich der Hochzeit des elterlichen Fürstenpaares im Jahr 1784 anlegen ließ.
Die stattlichsten Eichen im Park erhielten häufig eigene Namen, die teils auf die Biografie des Schöpfers verwiesen, teils Bezug auf ihren Standort nahmen oder an nordische Gottheiten anknüpften. Zu den interessantesten gehören die legendäre Hermanns-Eiche mit ihrem Steinkreis, die Thor- und Odin-Eichen sowie die Schwestern-Eichen, die lange Zeit als Hommage an die drei Schwestern des Fürsten gedeutet wurden; diese These wurde jedoch später anhand historischer Beschreibungen widerlegt, die lediglich von zwei Eichen berichten.