Seit ihrer Einführung in Europa blieben Ananasfrüchte über die folgenden drei Jahrhunderte eine Rarität, die ausschließlich den Reichsten vorbehalten war. Die aus Amerika transportierten Früchte verdarben meist während der langen Überfahrt, und ihr Anbau auf dem Alten Kontinent gelang erst Ende des 17. Jahrhunderts. In Muskau hielten Ananasfrüchte zur Zeit des Großvaters von Fürst Pückler Einzug, doch diese erste Ananashaus fiel einem Brand zum Opfer.
In den Jahren 1833–1834 hielten tropische Pflanzen erneut Einzug in den Park. Die fürstlichen Pläne aus dem Jahr 1817 sahen die Schaffung eines lukrativen Betriebs sowie den Bau eines Gewächshauskomplexes vor, der jährlich bis zu 2.000–3.000 Früchte erbringen sollte. Diese Vorhaben konnten jedoch nie vollständig verwirklicht werden. Nach Prüfung der verfügbaren Mittel wurden die Pläne stark verkleinert. Infolgedessen entstand eine Ananashaus, die ausschließlich den privaten Bedarf des Besitzers deckte.
Fürst Pückler behandelte Ananasfrüchte wie eine Luxuswährung – er beschenkte damit Menschen, die er schätzte oder von denen er sich Vorteile erhoffte. Ein solches Geschenk erhielt unter anderem die Ehefrau des Gefängnisdirektors in Cottbus, von wo der Fürst Arbeitskräfte für die Arbeiten im Park anzuwerben versuchte. Diese Tradition setzte er auch in Branitz fort, wo er eine weitere Ananashaus errichtete, deren Dach von einer charakteristischen goldenen Ananas gekrönt wurde.
Der Anbau in Muskau wurde von den nachfolgenden Standesherren fortgeführt und ging als eine der am längsten betriebenen Ananaskulturen Deutschlands in die Geschichte ein.
Heute gedeihen in der historischen Ananashaus wieder Früchte. Dank der Restaurierung in den Jahren 2009–2012 erhielt das Gebäude sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurück. Inzwischen beherbergt der Bau eine Ausstellung, die der Geschichte des Gebäudes sowie der Tradition der Muskauer Küchengärten gewidmet ist.